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Spannungen sichtbar machen, mit 2 Polfiltern fotografieren

März 1, 2011 by · 10 Comments
Filed under: Experimente, Fotos, Tipps 

Der normale Einsatz von Polfiltern in der Fotografie dürfte den meisten Fotografen bekannt sein, aber ich will es trotzdem mal kurz zusammenfassen. Durch verdrehen des Zirkularpolfilters am Objektiv wird das Licht in einer Richtung mehr oder weniger polarisiert. Man kann so Reflexe auf nichtmetallischen Oberflächen wie zum Beispiel Glas oder Wasser verschwinden lassen oder eine höhere Farbsättigung des blauen Himmels und grüner Blätter in den Fotos erreichen. Entscheidend für die Stärke des Effekts ist immer der Einfallswinkel der Strahen. Zum eliminieren von Reflexen liegt der Winkel zwischen 30° und 40°, den größten Effekt in der Farbwiedergabe erzielt man mit einem 90° Winkel zur Sonne.

So, jetzt will ich endlich zum eigentlichem Thema übergehen und zeigen, was man mit einem Polfilter an der Kamera und einer Polfilterfolie vor einer Lichtquelle alles so machen kann. Ich verwende dafür eine Leuchtplatte aus analogen Zeiten. Hier sind wieder Winkel entscheidend für das spätere Ergebnis. Den Effekt kann man sehr leicht durch den Sucher erkennen, das Bild wird beim verdrehen des Filters im besten Fall ganz Schwarz. Toll, was?  😀   Wenn man jetzt ein transparentes Objekt auf die von unten beleuchtete Polfilterfolie legt, sieht man die Spannungen im Objekt, die sich durch Regenbogenfarben bemerkbar machen. Sehr gut kann man das bei Spritzguß – Kunstoffteilen aus Polystyrol, PMMA (Plexiglas) oder  Polycarbonat (Makrolon) sehen. An Kanten und Ecken sind die Spannungen sehr stark, oft kann man sogar die Fließrichtung des flüssigen Kunststoffs erkennen.

Bei meinen Bildern handelt es sich um Kristalle, genauer gesagt um Vitamin C, Menthol und Zucker. Fotografiert habe ich mit einem alten Balgengerät und dem 50mm Objektiv eines SW – Vergrößerers. Der Abbildungsmaßstab der Macrofotos liegt zwischen 1:2 und 6:1. Um solche Kristallbildungen zu erzeugen, nimmt man z.B. ein wenig Vitamin C und löst es in Wasser auf (ein Löffel ist ausreichend). Dann tropft man verschieden große Mengen auf eine Glasplatte und lässt alles in Ruhe trocknen, das ist alles. Sollten sich keine oder nur sehr schlechte Ergebnisse zeigen, so hat das was mit der Konzentration der Lösung und somit der Schichtdicke der Kristalle zu tun. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte gleich unterschiedliche Konzentrationen ansetzen um unnötige Wartezeiten bei der Trocknung zu vermeiden.

Bei dieser Art von Fotografie sind wieder mal der Fantasie des Fotografen keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß dabei!